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Vereinsheim Bernhardushalle in Mörsch

Geschichte

Erbaut wurde sie vom 1902 gegründeten Katholischen Arbeiterverein als Versammlungsstätte. Baumeister war der Maurer David Kastner II., nach Genehmigung des Vorhabens wurde der heutige Saal in 96 Tagen erbaut, und zwar ohne Kran oder Betonmischer. Der damalige Mörscher Pfarrer Wilhelm Kirchgäßner konnte die Bernhardushalle am 01.12.1912 feierlich einweihen. Von dort an fungierte die "Schwarze Halle" viele Jahre als Kulturzentrum im Ort. Das heutige Nebenzimmer wurde 1924 angebaut. 1930 sollte es bewirtet werden, was aber damals noch am Veto der 10 Mörscher Gaststätten scheiterte. Nach 1933 wurden die Vereine stillgelegt, im Zweiten Weltkrieg wurden im Saal Materialen für die Ostfront gelagert. Nachdem bei der Schlacht um Mörsch in den letzten Kriegstagen im April 1945 die Kirche St. Ulrich zerstört wurde, wurden in der Bernhardushalle Gottesdienste abgehalten. Danach beherbergte die "Schwarze Halle" wieder viele Vereine, auch dem Musikverein diente sie lange Jahre als Probelokal.

Aber nach der Einweihung des neuen Gemeindehauses hatte die Kirche keine Verwendung für das Geschenk mehr. Inzwischen war durch jahrelange bauliche Vernachlässigung das Gebäude marode geworden. Nachdem auch die Gaststätte über ein Jahr lang leer stand, drohte der Bernhardushalle im Jahr 2004 der Abriß wie bereits zuvor der "Roten Halle", dem Volkshaus des TV Mörsch.

Daher strebten der Musikverein Mörsch und der Gesangsverein "Eintracht" Mörsch als Hauptnutzer an, gemeinsam das Gebäude zu übernehmen. Dieser Schritt stellte für beide Vereine ein sehr großes Risiko dar: Nicht nur für den Erwerb fiel eine Riesensumme an, sondern auch mit Renovierung und Unterhalt entstanden ständig laufende Kosten. Dennoch stellte sich die Großzahl der Mitglieder hinter dieses Vorhaben und gaben ihre Zustimmung zur Übernahme. Große Unterstützung leistete auch die Stadt Rheinstetten, insbesondere die CDU-Fraktion, mit deren Stimmen ein Gemeinderatsbeschluß zum Kauf der Bernhardushalle von der Kirche gefaßt wurde. Gegen die Überlassung zweier Grundstücke und für einen hohen sechsstelligen Entschädigungspreis gab die Stadt die Bernhardushalle schließlich in Erbbaurecht an die beiden Verein weiter. In Folge wurden von zahlreichen freiwilliegen Helfern über 5.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, um im ersten Schritt die Gaststätte zu renovieren. Diese erstrahlt seitdem neu gestrichen und bestuhlt in neuem Glanz. Besonders die gedämpften Farben und die stilvolle Beleuchtung verbreiten eine behagliche Athmosphäre, die Bernhardushalle ist zu einem Ort des Wohlfühlens geworden. Bei der offiziellen Eröffnung im Oktober 2005 konnte die Kirche als Vorbesitzerin ein Gemälde und eine Statue des seligen Bernhards von Baden als Namensgeber überreichen. Seither thront dieser über dem Saal und wacht über die Bernhardushalle.